Ketogene Ernährung

Es gibt ja inzwischen einige Ernährungsformen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Die einen verzichten auf tierische Produkte, die anderen auf Fette und wieder andere auf Kohlenhydrate. Auf dem Verzicht von Kohlenhydraten basiert auch die ketogene Ernährung.

Während von Liebhabern von Brot und Nudeln schon eine Low-Carb-Ernährung beinahe unmöglich erscheint, geht es bei der ketogenen Ernährung noch einen Schritt weiter. Dort streicht man die Kohlenhydrate wirklich fast gänzlich vom Speiseplan und setzt stattdessen auf andere Nährstoffe.

Ziel davon ist es, den Körper in einen bestimmten Stoffwechselzustand zu versetzen, bei dem sich die Energiequelle verändert. Und das kann zu vielen positiven Veränderungen führen.

Warum eine ketogene Ernährung?

Unser Körper ist ein Wunderwerk und doch auch in gewisser Weise eine Maschine. Damit diese funktioniert, gibt es verschiedene Vorgänge, die auch verschiedene Treibstoffe benötigen.

Da über die Laufe der Jahrtausende aber nicht immer alles im Überfluss vorhanden war, hat der Körper auch immer einen Plan B. Bekommt er also etwas nicht, dass er eigentlich benötigt, schaltet er auf ein anderes Programm um und verwendet halt einen anderen Treibstoff und passt die Funktionen daran an.

Ketogene Ernährung

Bei der ketogenen Ernährung möchte man diesen Plan B gezielt herbeiführen. Anstatt dem Gehirn und anderen Gewebearten die benötigte Glukose zu geben, aus der Energie zugesetzt wird, versetzt man ihn in die so genannte Ketose.

In der Ketose werden so genannte Ketone verstoffwechselt. Das sind Fettsäuren, die von der Leber gebildet und anschließend im ganzen Körper verteilt werden. Besonders im Gehirn kommen viele von ihnen an – und dort werden sie dann statt der Glukose zur Energiegewinnung genutzt.

Mit der Ketose gaukelst du deinem Körper also sozusagen vor, dass eine Nahrungsknappheit (ähnlich wie beim Fasten) herrscht und er somit auf das davor vorgesehene Programm umstellen soll. Das bringt Vor- und Nachteile mit sich.

Wie funktioniert die ketogene Ernährung?

Es ist gar nicht so einfach, dem Körper eine Nahrungsknappheit vorzumachen. Damit du diesen Zustand der Ketose erreichen kannst, musst du dich daher an einige Regeln halten.

Ausschlaggebend ist in erster Linie ein hoher Fettgehalt in der Nahrung. In verschiedenen Ratgebern zum Thema ist zu lesen, dass bis zu 80 Prozent der Kalorien, die du zu dir nimmst, aus Fetten stammen sollen. Ein extrem hoher Fettanteil im Essen ist also wichtig.

Der ist auch nötig, wenn man denn fast komplett auf Kohlenhydrate verzichtet und dennoch satt werden möchte. Hier gibt es unterschiedliche Angaben, jedoch sollte wohl die tägliche Menge an Kohlenhydrate im Durchschnitt 30 Gramm betragen.

Bei den Proteinen musst du dich aber nicht zügeln. Eine durchschnittliche Proteinaufnahme ist hier völlig in Ordnung. Achten solltest du jedoch darauf, dass deine Nahrung reich an Ballaststoffen ist, damit keine Probleme mit der Darmflora entstehen.

Die Regeln dieser Ernährungsform wirken überschaubar, sind aber in der Praxis oft gar nicht so leicht umzusetzen. So haben beispielsweise ja auch Obst und Gemüse Kohlenhydrate und können somit nur eingeschränkt gegessen werden.

Ketogene Ernährung

Was bietet die ketogene Ernährung

Verschiedene Ärzte setzen die über die Ernährung herbeigeführte Ketose zur Behandlung verschiedener Krankheiten ein. So ist bekannt, dass bei Epilepsie, Diabetes, einigen Krebsarten und wohl auch Alzheimer diese Ernährungsform Vorteile mit sich bringen kann.

Bekannt und beliebt geworden ist die ketogene Ernährung aber wohl eher aus anderen Gründen. Für viele ist sie eine Wunderdiät, da durch die Ketose die Fettverbrennung rund um die Uhr läuft. Auch sättigt diese Art der Ernährung durch den hohen Fettgehalt gut.

Neben dem Gewichtsverlust, der mit der Ernährungsart ganz einfach sein soll, ist aber auch von weiteren Vorteilen die Rede. So soll durch die Ketose viel mehr Energie freigesetzt werden, was zu mehr Konzentrationsfähigkeit führen kann.

Sportler berichten außerdem, dass sie das Plus an Energie auch an einer steigenden Ausdauer spüren. Und gerade Männer können sich wohl über einen steigenden Testosteronspiegel und somit auch eine steigende Libido freuen.

Darüberhinaus sorgt die ketogene Ernährung auch für chemische Prozesse im Blutkreislauf, die dann eine blutdrucksenkende Wirkung haben können. Und dadurch, dass kaum Kohlenhydate aufgenommen werden, bleibt auch der Blutzuckerspiegel konstant.

Hat die ketogene Ernährung auch Nachteile?

Wenn du dir die Liste der Vorteile so anschaust, wirst du sicherlich sehr beeindruckt sein. Es ist ja doch so einiges, was die ketogene Ernährung leisten kann.

Wie sieht es aber mit den Nachteilen aus? Da es sich hier ja nicht gerade um eine ausgewogene und natürliche Ernährung handelt, gibt es natürlich auch Schattenseiten.

So kann die sehr fettreiche Ernährung für ein erhöhtes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sorgen. Auch andere Probleme, die mit dem hohen Fettanteil einhergehen (z. B. eine Fettleber), werden dadurch begünstigt.

Da, wie schon erwähnt, Obst und Gemüse auch Kohlenhydrate enthalten und somit nur eingeschränkt auf dem Speiseplan stehen, kann es zu einer Unterversorgung an Vitaminen kommen. Hier wird dann häufig mit Supplements nachgeholfen.

Und auch wenn viele Ärzte diese Diät einsetzen, um Krankheiten zu heilen, ist sie nicht unproblematisch. Es ist daher anzuraten, vorab mit dem Hausarzt die Risiken abzuklären und sich auch begleiten zu lassen, während man sich so ernährt.

Hast du die ketogene Ernährung schon ausprobiert? Wie sind deine Erfahrungen damit? Berichte uns in den Kommentaren davon!

Bildcredits: Titelbild, Artikelbild

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