Dankbarkeit

Wann warst du zum letzten Mal bewusst für etwas dankbar? In unserer Welt, in der es meist darum geht immer mehr zu erreichen und zu besitzen, gerät die Dankbarkeit schnell mal in Vergessenheit.

Dabei lohnt es sich, hier und da mal kurz die Zeit für sich selbst anzuhalten, tief durchzuatmen und sich bewusst zu machen, wie glücklich man sich schätzen kann.

Und ja, jeder von uns kann sich glücklich schätzen und dankbar sein. Selbst dann, wenn gerade mal alles nicht so gut läuft.

Es fällt nur schwer, wieder einen Zugang zu dieser Dankbarkeit für die kleinen und großen Dinge des Lebens zu finden. Ist er jedoch da, wirst du schnell merken, wie gut es tut, einfach mal Danke zu sagen und es dabei auch wirklich zu fühlen.

Dankbarkeit als Schlüssel zum Glück?

Sir Francis von Verulam Bacon, ein britischer Philosoph aus dem 16. Jahrhundert sagte einmal:

Nicht die Glücklichen sind dankbar.
Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.

Und diese wenigen Worte drücken eigentlich schon fast alles aus, was du über Dankbarkeit wissen musst. Denn auch wenn es auf den ersten Blick wenig sinnvoll erscheint, so ist Dankbarkeit der Schlüssel zum Glück.

In unserer Vorstellung kommt Dankbarkeit mit Erfolg und Besitz. Wenn wir die Karriereleiter erklommen und das dicke Auto in der Garage stehen haben, sind wir glücklich. Und dann können wir dankbar sein.

Bevor das aber passiert ist, konzentrieren wir uns meist nur auf die Dinge, die wir nicht haben oder auch nicht erreicht haben. Anstatt dankbar zu sein, dass wir trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten einen festen Job haben, der auch noch Spaß macht, kommt bei der Beförderung des Kollegen Neid auf.

Und wo der Fokus auf dem Negativen liegt, da hat das Glück keinen Platz – oder wird auch einfach nicht erkannt.

Dankbarkeit

Vielleicht kommen dir jetzt einige Situationen oder Bereiche aus deinem Leben in den Sinn, wo du selbst auch eher das halbleere Glas siehst anstatt das halbvolle.

Dann versuch einfach mal, die Gedanken dazu umzudrehen. Du bist neidisch auf das dicke neue Auto des Nachbarn? Sei dankbar, dass dein Wagen dich schon lange treu begleitet und dich zuverlässig von A nach B bringt.

Du ärgerst dich, weil dir beim Sale eine andere das sündhaft teure, aber auch so schöne Kleid vor der Nase weggeschnappt hat? Sei dankbar, dass du in diesem Monat mehr Geld für deinen Traum von der Weltreise zurücklegen kannst.

Siehst du… Dankbarkeit ist gar nicht so schwer. Und vor allem gibt sie dir sofort ein besseres Gefühl!

Die positiven Effekte der Dankbarkeit

Was lange nur vermutet wurde, ist inzwischen mehrfach wissenschaftlich bewiesen: Dankbarkeit hat einen überaus positiven Effekt auf dein Wohlbefinden! Und sie sorgt sogar für eine bessere Gesundheit.

Aber fangen wir von vorn an. Und zwar bei Robert Emmons aus Kalifornien. Der gehörte zu den ersten Wissenschaftlern, die sich mit der Dankbarkeit und ihren Auswirkungen beschäftigte.

Im Jahr 2003 startete er gemeinsam mit einem Kollegen drei verschiedene Studien. Und eine von ihnen hat erstaunliche Erkenntnisse gebracht.

In der Studie wurden 192 Probanden in drei Grupppen eingeteilt. Gruppe 1 sollte zehn Wochen lang ein Dankbarkeitstagebuch führen. Gruppe 2 sollte in einem Tagebuch alles festhalten, was nicht gut gelaufen ist. Und Gruppe 3 sollte einfach über die Erfahrungen und Erlebnisse berichten, ohne sie dabei zu bewerten.

Nach dem Ende der Zeit waren die Probanden aus Gruppe 1 nachweislich viel optimistischer gestimmt als die anderen. Sie fühlten sich fit, hatten mehr Spaß am Leben und konnten sogar gesundheitliche Verbesserungen feststellen. Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchweh und Verspannungen traten bei ihnen viel seltener auf.

Auch andere Studien brachten ähnliche Ergebnisse hervor. Besonders beeindruckend waren auch jene, die von Paul J. Mills, Experte für Psychoneuroimmunologie und Psychosomatik, durchgeführt wurden.

Mills ließ Patienten mit einer Herzinsuffizienz im Stadium B (noch ohne körperliche Symptome) ein Dankbarkeitstagebuch führen. Bei ihnen war anschließend eine bessere körperliche Verfassung festzustellen – und auch ein Abrutschen in Phase C konnte bei keinem Teilnehmer festgestellt werden.

Damit hat Mills bewiesen, dass Dankbarkeit zur Herzgesundheit beiträgt. Er geht dabei davon aus, dass durch die Dankbarkeit der Valgusnerv aktiviert wird. Der ist Teil unseres Ruhesystems.

Durch diese Aktivierung wird der Stress, der bei vielen von uns ja schon chronisch ist, gesenkt und dass wirkt sich natürlich positiv aus.

Dankbarkeit

Kann man Dankbarkeit lernen?

Aber wie läuft das jetzt genau mit der Dankbarkeit? Ist das nicht etwas, was dir angeboren ist – so wie Wut, Liebe oder andere Gefühle?

Leider ist es nicht ganz so einfach. Ob du das Gefühl von Dankbarkeit kennst und auch aktiv erzeugen kannst, hängt viel von deiner Erziehung ab.

Haben dir deine Eltern diesen Wert mit auf den Weg gegeben, ist es leichter für dich, dankbar zu sein. Es begleitet dich ja schon (unbewusst) dein Leben lang.

Aber auch wenn du bisher noch nicht gelernt hast, Dankbarkeit aktiv zu empfinden, ist es noch nicht zu spät. Du kannst es nämlich lernen!

Der Psychologe Willibald Ruch sagte einmal: „Dankbarkeit kann wie ein Muskel trainiert werden“. Und es lohnt sich, dieses Workout anzugehen.

Möchtest du auch zufriedener sein, Probleme lösen statt sie zu ignorieren und noch dazu nicht mehr so anfällig für Stress sein? Dann lass Dankbarkeit für dich zu einem Ritual werden.

Wie das geht? Wie hier im Artikel schon mehrfach erwähnt, kannst du ein Dankbarkeitstagebuch führen und dir jeden Abend mindestens drei Dinge notieren, für die du wirklich dankbar bist.

In den ersten Tagen wird sich das noch seltsam anfühlen und du wirst vielleicht ganz allgemeine Dinge aufschreiben. Gesundheit, schönes Wetter und ähnliches sind da immer gern genommen. Je öfter du die Übung machst, desto detaillierter werden aber auch die Dinge, für die du dankbar bist.

Du kannst aber auch zu bestimmten Zeiten des Tages innehalten und dir dann für zwei oder drei Minuten eine Sache bewusst machen, für die du gerade dankbar bist.

Einen noch größeren Effekt hat Dankbarkeit, wenn sie sozial ist – du also jemanden für etwas dankbar bist. Dann ist vielleicht eine Dankes-Karte eine schöne Idee und auch ein tolles Training für dich.

Dankbarkeit

Dankbarkeit ist überall zu finden

Wenn es um Dankbarkeit geht, gibt es auch immer wieder Menschen, die einfach gerade nichts sehen können, für das sie Dankbarkeit empfinden. Sie haben vielleicht gerade den Job verloren, sind krank oder in einer anderen nicht schönen Situation.

In diesen Momenten fällt es natürlich schwer, Danke zu sagen und zu fühlen. Aber auch dann ist es möglich – denn du kannst auch dankbar für Dinge sein, die schon vor langer Zeit passiert sind. Oder auch für Dinge, die erst noch geschehen sollen.

Wenn ich beispielsweise einen schlechten Tag habe oder mich einfach schlecht führe, teile ich meine Dankbarkeitsübung auf. Ich suche dann nicht verkrampft nach drei aktuellen Dingen.

Ich bin dann einfach dankbar für eine Sache die – schon war (beispielsweise der Entschluss, einen bestimmten Weg zu gehen) – gerade ist (der Sonnenschein zum Feierabend) – noch sein wird (die tolle Wohnung, die ich an meinem Lieblingsort finden werde).

Das klappt super – und die Laune ist gleich besser. Dann fallen mir meist auch noch viele andere Dinge ein, für die ich dankbar bin und schon sieht die Welt wieder besser aus.

Und fällt es mir dennoch schwer, denke ich an Stephen Hawking. Der britische Physiker war an ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) erkrankt und fast vollständig gelähmt.

Aber er sagte einmal in einem Interview, dass er selbst für die Krankheit sehr dankbar sei. Denn sie hat es möglich gemacht, dass er sich voll und ganz auf die Wissenschaft konzentriert. Und sie sorgte dafür, dass jeder ihn unterstützte und nett zu ihm war.

Selbst dieser schlimmen Krankheit konnte Hawking etwas Gutes abgewinnen. Und er zeigte bei vielen Gelegenheiten auch immer wieder, dass er auch seinen Humor nicht verloren hat.

Du siehst, es lohnt sich also, sich mal mit dem Thema Dankbarkeit auseinanderzusetzen und sie wieder ins Leben zu integrieren.

Schon nach kurzer Zeit wirst du merken, welche Veränderungen sie auch für dich bringt und ab dann wirst du sie eh nicht mehr missen wollen.

Mir geht es zumindest so!

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